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Region & Raum 09.09.2026

Wasser ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Auf dem 3. Regionalen Wasserforum des Regionalverbands Großraum Braunschweig diskutierten gestern rund 100 Teilnehmende Wege zu einem zukunftsfähigen Wassermanagement.

Auf dem Foto alle Referent*innen und Verantwortliche des Regionalverbandes

Auf dem Foto alle Referent*innen und Verantwortliche des Regionalverbandes. Foto: Regionalverband

Die anhaltende Hitze und Trockenheit im Sommer2026 machen deutlich: Wasserverfügbarkeit wird auch im Großraum Braunschweig zunehmend zu einer Frage, die alle betrifft. Das zeigte sich auch beim 3. Regionalen Wasserforum unter dem Titel „Wasserextreme – Hitze und Dürre“, zu dem der Regionalverband eingeladen hatte. Vertreterinnen und Vertreter aus Wasserwirtschaft, Wissenschaft und Kommunen diskutierten über die Folgen zunehmender Wasserextreme, Starkregens und Wasserknappheit - aber auch über konkrete Lösungsansätze. 

Die Landwirtschaft und die Wasserwirtschaft stehen unter Druck, denn die schmerzlichen Folgen der langen Trockenperioden sind längst sichtbar: steigender Wasserbedarf steht sinkender Wasserverfügbarkeit in Frühling und Sommer gegenüber. Gleichzeitig stellen auch die Winterhochwasser und Starkregen die bestehende Infrastruktur vor Probleme. Das zeigten unter anderem die Vorträge „Klimawandel & Landschaftswasserhaushalt in Niedersachsen“ von Dr. Mithra-Christin Hajati, vom niedersächsischen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie und „Klimafolgen als Stresstest der Talsperrenbewirtschaftung“ von Dr. Alexander Hutwalker, von den Harzwasserwerken. Auch die notwendige Wiedervernässung von Mooren wird immer schwerer – wie Nathalie Kockemüller vom Institut für nachhaltige Bewässerung und Wasserwirtschaft der Ostfalia Hochschule Suderburg in ihrem Vortrag darlegte. 

Doch die Herausforderungen des Wassermanagements sind nicht allein technischer oder wasserwirtschaftlicher Natur. Wie die Transformationswissenschaftlerin Lia Polotzek vom Norbert Elias Center der Europa-Universität Flensburg deutlich machte, geht es auch um die Frage, wie wir als Gesellschaft mit der Ressource Wasser umgehen und wie Entscheidungen über ihre Nutzung demokratisch und gerecht getroffen werden können. Es gibt zugleich gute Ideen und Projekte, die diese Themen aktiv angehen. „Wir sprechen heute darüber, wie wir Wasser sichern, zurückhalten oder abführen und möglichst effizient nutzen können“, sagt Erste Verbandsrätin Anna Weyde. 

Die vorgestellten Lösungen für diese Herausforderungen sind vielfältig: Das Projekte „HypoWave+“, das in bundesweit einmaliger Form Landwirtschaft und Klarwassernutzung verbindet wurde von Prof. Dr.-Ing. Thomas Dockhorn vom Institut für Siedlungswasserwirtschaft der Technischen Universität Braunschweig vorgestellt. Clemens Löbnitz vom Kreisverband der Wasser- und Bodenverbände Uelzen erläuterte unter anderem, wie durch viele kleine Maßnahmen Orte vor Starkregen geschützt werden können.

Mit weiteren Praxisimpulsen erhielt das Auditorium Einblick in weitere umgesetzte Projekte: Die Smarte KI-unterstützte Pflege- und Bewässerungsplanung in der Stadt Hannover, die Hitzeverteilung auf dem Wolfsburger Rathausvorplatz und dezentrale Ansätze zum Wasserrückhalt in der Fläche. 

Anna Weyde fasst den Erfolg des Wasserforums wie folgt zusammen: „Der Regionalverband bringt die unterschiedlichsten Perspektiven auf das Thema „Wasser“ zusammen. Nur durch Austausch über die vielfältigen Projekte, den Abgleich zwischen Wissenschaft und Praxis sowie die Vernetzung in der Region kann ein so wichtiges Thema wie Wassermanagement sinnvoll vorangebracht werden. Denn klar ist: Ein vorausschauender und gemeinsamer Umgang mit der Ressource Wasser ist für alle von Bedeutung.“