Mobilität 30.04.2026
Mehr als 560 digitale Anzeiger in der Region zeigen Verbindungen in Echtzeit
Mit der Inbetriebnahme des letzten digitalen Großanzeigers in der Gemeinde Schladen-Werla ist nun eines der größten regionalen Digitalisierungsprojekte im ÖPNV abgeschlossen. Der Regionalverband Großraum Braunschweig hat die Digitalisierung in den vergangenen Jahren, zusammen mit Kommunen und Verkehrsunternehmen in der Region, vorangebracht.
In mehr als 20 Kommunen zeigen rund 460 sogenannte Dynamische Fahrgastinformationsanzeiger (DFI) in Echtzeit an, wann der nächste Bus oder die nächste Stadtbahn (Braunschweig) kommt. Außerdem zeigen sie neben Störungen oder Verspätungen weitere wichtige Informationen an. Zwei der jetzt installierten 222 digitalen Anzeiger werden die Fahrgäste in der Gemeinde Schladen-Werla informieren. Das wurde heute am ZOB (Zentrale Omnibus-Haltestelle) in Hornburg mit Vertretern aus Politik und Verwaltung gefeiert.
„Neben diesen großen digitalen Echtzeitanzeigern haben wir in den vergangenen Jahren noch rund 100 kleinere Anzeiger an weniger stark frequentierten Haltestellen installiert“, erklärt Verbandsdirektor Ralf Sygusch. „Wir haben nun an rund 560 Haltestellen in der Region solche Infoscreens. Finanzieren konnten wir diese Anzeiger zum Großteil aus Fördergeldern.“
„Verlässliche Fahrgastinformationen tragen in hohem Maße zum Vertrauen in den ÖPNV bei und machen ihn attraktiver. Das ist für unsere heterogene Region mit städtisch und ländlich geprägten Räumen sehr wichtig“, sagt Verbandsvorsitzender Detlef Tanke. „Gut, dass wir ein regionsweit einheitliches Informationssystem der Echtzeitanzeiger umsetzen konnten. Als Koordinator für das Gesamtprojekt freuen wir uns, dass dieser Impuls überall positiv aufgenommen und bis heute umgesetzt wurde.“
„Als Gemeinde im ländlichen Raum freuen wir uns sehr, Teil dieses großen Echtzeitprojektes zu sein. Gerade hier in Hornburg, wo auch viele Ausflügler hinkommen, sind zuverlässige Hinweise, wann der nächste Bus kommt, sehr wichtig“, betont Martin Schulze, Gemeindebürgermeister von Schladen-Werla.
Digitale Echtzeitauskunft auch in Apps und Websites
Um die Technik allen Fahrgästen zugänglich zu machen, verfügen alle Anzeiger über ein Modul zur Sprachausgabe. Seheingeschränkte Fahrgäste können sich die angezeigten Abfahrzeiten über einen Taster am Mast vorlesen lassen.
Die digitalen Anzeiger sind nur der sichtbare Teil des Projekts, sehr viel Technik und Infrastruktur stecken dahinter. So mussten auch die Verkehrsunternehmen ihre Busse entsprechend umbauen. Daten werden in Sekundenschnelle von den Bordrechnern der Busse an eine Datendrehscheibe in Bremen gesendet werden und von hier aus auf die Anzeiger. Gleichzeitig werden die Fahrgast-Apps und Fahrtauskünfte im Internet mit den Daten gefüttert, so dass Fahrgäste jederzeit und überall aktuelle Informationen ablesen können.
Kommunen müssen nur 12,5 Prozent der Kosten tragen
Das gesamte Echtzeit-Projekt umfasst ein Investitionsvolumen von über 20 Millionen Euro. Allein die DFI-Anzeiger kosten rund 11 Millionen Euro. Zu 75 Prozent fördert das Land Niedersachsen das DFI-Projekt, der Regionalverband übernimmt weitere 12,5 Prozent und damit rund zwei Millionen Euro. Den Rest – speziell für die Anzeiger – finanzieren die Kommunen.
Vor fast zehn Jahren begannen die Planungen für dieses große kommunale Digitalisierungsprojekt: Die Großanzeiger und die dahinterliegende Technik. Durch die zwischenzeitliche Insolvenz eines DFI-Herstellers, der alle Städte und Gemeinden mit Ausnahme von Braunschweig und Cremlingen ausgestattet hat, verzögerte sich das Projekt erheblich. Umso erfreuter sind alle Beteiligten nun, dass das Projekt erfolgreich abgeschlossen wird.
Zusätzlich zu den rund 460 DFI hat der Regionalverband vor zwei Jahren kleinere, digitale, energieautarke Anzeiger an 100 weniger stark frequentierten Bushaltestellen in der Region installiert. Auch diese zeigen zuverlässig die nächsten Abfahrten von Bussen an und informieren über Änderungen. Sie sind weniger aufwendig in der Installation und werden fast ausschließlich über Solarstrom betrieben.
So sind insgesamt rund 560 Haltestellen mit digitalen Anzeigern ausgestattet. Das entspricht rund 10 Prozent aller Haltestellen. „Unser Ziel bleibt es, weitere Echtzeit-Anzeiger in die Region zu bringen“, sagt Sygusch. „Wir arbeiten bereits daran, Förderungen für weitere Anzeiger zu akquirieren. Service und Qualität des ÖPNV in der Region wollen wir stetig verbessern.“
Hintergrund:
Das Echtzeit-Projekt für die DFI bestand aus zwei Teilen. Der erste Teil umfasste die Gebiete von Braunschweig und Cremlingen, hier hängen seit Ende 2022 mehr als 240 DFI, die verlässlich die Abfahrten anzeigen. Für den zweiten Teil des Projektes war ein anderer Hersteller zuständig, dessen Geräte defekt waren und wieder abgebaut werden mussten.
Über eine EU-weite Ausschreibung wurde ein neuer Hersteller gefunden, der neue Geräte geliefert respektive vorhandene Geräte repariert hat und vorhandene Masten für die Montage nutzen konnte, was aus Gründen der Nachhaltigkeit positiv ist. Optisch werden alle Anzeiger das gleiche Erscheinungsbild aufweisen.


