18.06.2026
Korridorsanierung Lehrte – Berlin: Ab Oktober startet 1. Phase der Bauarbeiten
Fernverkehrszüge zwischen Berlin und Hannover fahren Umleitung und brauchen zwischen Oktober und Dezember rund eine Stunde länger • Angepasstes Konzept mit zeitweise eingleisigem Betrieb • Ersatzbusse für entfallende Nahverkehrsverbindungen
Mit der Sanierung des Korridors Lehrte – Berlin startet die DB InfraGO am 2. Oktober 2026 die achte Korridorsanierung im deutschen Streckennetz. Nach dem Korridor Hamburg – Berlin ist die Strecke mit 221 Kilometern die zweitlängste Achse, auf der die Infrastruktur gebündelt und gewerkeübergreifend erneuert wird. Der Abschnitt gehört zur wichtigsten Verbindung zwischen Berlin und Nordrhein-Westfalen. Täglich fahren hier mehr als 400 Züge des Nah- und Fernverkehrs und etwa 90 Güterzüge. Mit Blick auf die Bedeutung der Strecke Lehrte – Berlin hat die DB InfraGO gemeinsam mit den Eisenbahnverkehrsunternehmen und den für den Nahverkehr zuständigen Aufgabenträgern das Konzept der Korridorsanierung weiterentwickelt, um die notwendigen Einschränkungen auf ein für alle Verkehrsarten verträgliches Maß zu begrenzen.
Gerd-Dietrich Bolte, Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte, DB InfraGO: „Das Konzept der Sanierung aller Anlagen entlang eines Korridors bewährt sich. Im Fall von Lehrte – Berlin elektrifizieren wir die parallel verlaufende Lehrter Stammbahn abschnittsweise in einem der größten laufenden Elektrifizierungsprojekte Deutschlands. So können Züge während der Sanierung der Schnellfahrstrecke dort entlangfahren. Anders als bei Hamburg – Berlin können wir daher einzelne Abschnitte phasenweise für den Zugverkehr öffnen. Das ist eine gute Lösung für unsere Kundeninnen und Kunden."
Umfangreiches Baupensum
Während der Korridorsanierung erneuert die DB InfraGO bis Ende 2027 insgesamt mehr als 175 Weichen, 260 Kilometer Gleise sowie 13 Kilometer Lärmschutzwände. Entlang der Strecke werden 25 Bahnhöfe modernisiert und teilweise barrierefrei ausgebaut. Auch Brücken, Durchlässe und Weichenheizanlagen werden ersetzt. Die Oberleitungsanlagen sowie die Leit- und Sicherungstechnik werden einer Instandhaltung unterzogen. Während der Sperrungen saniert die DB InfraGO zudem auf der Schnellfahrstrecke auch umfangreich Abschnitte der sogenannten festen Fahrbahn westlich und östlich von Stendal.Umsetzung in mehreren Bauphasen
Für die umfangreichen Arbeiten an der Schnellfahrstrecke zwischen Lehrte und Berlin – Spandau sind abschnittsweise Sperrungen erforderlich. Zu Beginn ist von Oktober bis Dezember 2026 der östliche Abschnitt Fallersleben – Berlin – Spandau gesperrt (Bauphase A). Anschließend ist in diesem Abschnitt im Zeitraum von Dezember 2026 bis Oktober 2027 eine abschnittsweise eingleisige Befahrung über die parallele Lehrter Stammbahn möglich (Bauphase B).
Im westlichen Abschnitt Lehrte – Fallersleben ist von Februar bis Juli 2027 eine Totalsperrung erforderlich (Bauphase C), um in diesem Abschnitt die gewerkeübergreifenden, gebündelten Sanierungsarbeiten durchzuführen.
Die Korridorsanierung endet mit einer Totalsperrung im östlichen Abschnitt Fallersleben – Berlin – Spandau im Zeitraum Oktober bis Dezember 2027 (Bauphase D).
Umleitungen im Fernverkehr und Busse für entfallende Nahverkehrsverbindungen
Reisende erreichen trotz Sperrungen und Einschränkungen ihr Ziel durch umgeleitete Züge im Fernverkehr sowie leistungsfähige Alternativverbindungen und Ersatzverkehr mit Bussen im Regionalverkehr. Ab Ende Juni können Reisende die Fahrpläne für die erste Bauphase, die bis 12. Dezember 2026 andauert, in den digitalen Auskunftsmedien wie dem DB Navigator oder den Apps der Verkehrsverbünde abrufen.
Während der Sperrungen im östlichen Bauabschnitt zwischen Fallersleben und Berlin – Spandau von jeweils Oktober bis Dezember 2026 und 2027 (Bauphase A+D) fahren Fernzüge zwischen Hannover und Berlin eine Umleitung und halten abwechselnd in Braunschweig und Magdeburg. Die Fahrzeit zwischen Hannover und Berlin verlängert sich um 60 bis 80 Minuten. Die Züge zwischen Amsterdam und Berlin – vier Zugpaare pro Tag – werden über Hamburg umgeleitet, was zu einer etwa 70 Minuten längeren Fahrzeit führt. Zwischen Dezember 2026 und Oktober 2027 (Bauphase B+C) rollen die Fernzüge in Richtung Hannover über die reguläre Verbindung via Wolfsburg, in Richtung Berlin fahren sie weiterhin die Umleitung über Magdeburg.
Nahverkehrszüge werden, wo immer es möglich ist, bis dicht an den gesperrten Streckenabschnitt geführt, sodass den Fahrgästen möglichst die gewohnten Verbindungen auf der Schiene bestehen bleiben. Überall dort, wo kein Verkehr auf der Schiene gefahren werden kann, werden die Regionalzüge durch einen leistungsstarken Ersatzverkehr mit Bussen ersetzt. Die Busverkehre werden in der ersten Bauphase durch das Unternehmen go.on gefahren. Sämtliche Busse sind neuwertig und barrierefrei, mit WLAN und USB-Steckdosen ausgestattet sowie einheitlich in der Farbe Verkehrspurpur gestaltet. Zudem verfügen die Busse über optische Haltestellenanzeigen im Innenraum sowie automatische, akustische Haltestellenansagen. Dieses Vorgehen hat sich bei der Korridorsanierung Hamburg – Berlin bewährt.
Website zur Generalsanierung: lehrte-berlin.deutschebahn.com
Auswirkungen auf den Nahverkehr:
Regionalverband Großraum Braunschweig
Ab dem 2.10.2026 bis vsl. zum Fahrplanwechsel im Dezember 2027 (Bauphasen A+B+C+D) fahren die Züge der Linie RE70 zwischen Hannover und Braunschweig und der Linie RE50 zwischen Braunschweig und Wolfsburg lediglich im Stundentakt.
Zwischen 2.10. – 12.12.2026 (Bauphase A) fahren die Züge des RE30/RE50 montags bis freitags stündlich ab/bis Wolfsburg, samstags und sonntags verkehren die Züge nur bis Fallersleben. Zwischen Fallersleben und Wolfsburg fährt dann ein Schienenersatzverkehr.
Vom 3.10. – 5.10.2026 fallen die Züge des RE30 zwischen Wolfsburg und Gifhorn aus. Es verkehren ersatzweise Busse. Außerdem fahren ab 2.10. die Verstärkerfahrten der Linie RE30 nur zwischen Hannover und Gifhorn (vorerst bis 12.12.26, Bauphase A).
In Bauphase C (5.2.2027 – 9.7.2027) entfallen die Züge der Linie RE30 zwischen Lehrte und Wolfsburg. Es sind drei Bus-Linien im Schienenersatzverkehr geplant: Direktbusse ohne Halt zwischen Lehrte und Wolfsburg, Expressbusse mit ausgewählten Halten und Busse mit allen Unterwegshalten.
Während der Bauphase D (16.10.–11.12.2027) verkehren alle Züge des RE30/RE50 nur bis Fallersleben. Von dort bis Wolfsburg Hbf werden ersatzweise Busse eingesetzt.
Verkehrsverbund Berlin und Brandenburg
Für die Region Berlin und Brandenburg ergeben sich durch die Korridorsanierung je nach Bauphase umfangreiche Änderungen im Regionalverkehr.
So fährt bereits seit Sommer letzten Jahres bis zum 12. Dezember 2026 die RB34 zwischen Stendal und Rathenow im Ersatzverkehr.
Mit Beginn der Totalsperrung zwischen Fallersleben und Berlin – Spandau (Bauphase A) am 2. Oktober 2026 werden auch die Linien RE4 und RB21 abschnittsweise entfallen und teilweise umgeleitet.
Die RB51 ist von den Bauarbeiten nicht betroffen, es kommt jedoch mittags zu einzelnen Verschiebungen im Fahrplan, um Logistikfahrten für die Baustelle zu ermöglichen.
Zu beachten ist, dass parallel ebenfalls die Berliner Stadtbahn gesperrt ist, wodurch es zu zusätzlichen Umleitungen und Ausfällen kommt (nähere Informationen www.vbb.de/Stadtbahnsperrung).
Für die ausfallenden Abschnitte konnte in Zusammenarbeit mit der NASA, den Kommunen entlang der Lehrter Bahn und den Verkehrsunternehmen ein umfangreiches Ersatzverkehrskonzept erarbeitet werden.
Kernelement der Anbindung von Stendal und Rathenow in und aus Richtung Berlin sind die zwei Expressbuslinien X1 (Stendal – Genthin) mit Anschluss an den RE1 und X4 (Stendal – Rathenow – Nauen) mit Anschluss an den RE8 und RE2. Ergänzt werden diese durch die vier Lokallinien A (Brieselang – Falkensee), B (Rathenow – Nauen), C (Nauen – Priort – Falkensee) und D bzw. RB34 (Rathenow – Stendal). Die detaillierten Informationen zu den Routenverläufen und Takten der einzelnen Linien sowie das Liniennetz können unter www.vbb.de/Lehrte-Berlin abgerufen werden.
Durch ein dichtes Taktangebot und zentrumsnahe Haltestellen der Ersatzbusse sollen die Einschränkungen für die Fahrgäste im Rahmen der Möglichkeiten reduziert werden. So fahren die Busse zum Beispiel in Elstal nicht zum Bahnhof, sondern durch den Ort und halten dort.
Nach dem Ende der ersten Sperrung am 12.12.2026 (Bauphase B) kann der Regionalverkehr der Linien RB21 und RE4 trotz Bauarbeiten wieder verkehren. Durch die Elektrifizierung der sogenannten „Lehrter Stammbahn“ zwischen Rathenow und Stendal kann der RE4 über diese umgeleitet werden und wird ab dann die Fahrten der RB34 übernehmen. Somit besteht neu täglich ein Stundentakt mit dem RE4 zwischen Stendal und Berlin und weiter nach Falkenberg (Elster).
Das Ersatzverkehrskonzept für die Sperrung der Strecke zwischen Fallersleben und Berlin Spandau vom 15.10. bis 11.12.2027 (Bauphase D) befindet sich derzeit noch in Abstimmung und wird zu gegebener Zeit veröffentlicht.
Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt
Die bereits seit Juni bzw. Dezember 2025 bestehenden Schienenersatzverkehre für die Nahverkehrslinien RB 34 Stendal – Rathenow und RB 35 Stendal – Wolfsburg werden bis zum Ende der Totalsperrung im Dezember 2026 unverändert fortgeführt. Zusätzlich entfallen während der Totalsperrung von Oktober bis Dezember 2026 (Bauphase A) die Züge der RE-Linie 4 zwischen Stendal und Berlin und werden durch Busse Stendal – Nauen mit Anschluss in Nauen an den Zugverkehr ersetzt. An den Wochenenden entfallen auch die Züge der Linien RE 6 und RB 36 Magdeburg – Wolfsburg im Abschnitt Oebisfelde – Wolfsburg und werden ebenfalls durch Busse ersetzt.
Als Ersatz für die entfallenden ICE-Halte in Stendal werden zusätzliche Expressbusse angeboten: Zweistündlich verkehren dann Busse ohne Zwischenhalte von Stendal nach Wolfsburg und als Ersatz für die Fernverkehrsanbindung nach Berlin von Stendal nach Genthin.
Für Reisende zwischen Stendal und Berlin bestehen damit während der Totalsperrung von Oktober bis Dezember 2026 (Bauphase A) mit Ziel in Berlin folgende Alternativen:
- Fahrt mit Zugverbindungen über Wittenberge.
- Fahrt mit dem Expressbus Stendal – Genthin mit Anschluss in Genthin vom/zum RE 1 aus/in Richtung Berlin.
- (zeitlich länger): Nutzung der Busverbindung über Rathenow nach Nauen)
Für Reisende zwischen Stendal und Hannover stellen neben den Expressbussen nach Wolfsburg die Zugverbindungen über Uelzen oder Magdeburg Alternativen dar.
Während der zweiten großen Totalsperrung von Oktober bis Dezember 2027 (Bauphase D) wird voraussichtlich ein ähnliches Ersatzkonzept zur Anwendung kommen.
Während der Bauphase von Mitte Dezember 2026 bis Anfang Oktober 2027 (Bauphase B) können vsl. die Nahverkehrszüge zwischen Wolfsburg und Stendal bzw. Stendal und Berlin mit längeren Fahrzeiten aufgrund vermehrter Zugbegegnungen auf der eingleisigen Strecke angeboten werden. Diese stellen in diesem Zeitraum auch für die entfallenden Fernverkehre von Hannover in Richtung Berlin den Ersatz dar, während in der Richtung von Berlin nach Hannover in dieser Bauphase Fernzugangebote bestehen.




