Energie & Klima 11.03.2026
Energiewende als Wirtschaftsfaktor für Gemeinden
Mit dem Format „Infoveranstaltung für Erneuerbare Energien“ bietet der Regionalverband Großraum Braunschweig den Kommunen einen regelmäßigen Einblick in den Ausbau von Wind- und Solarenergie in der Region. Ergänzt wird dieser Informations-Service jeweils von einem best-practice-Beispiel oder einem Impulsvortrag.
Bei der siebten Online-Veranstaltung informierte die Abteilung Regionalentwicklung rund 140 Teilnehmende über den aktuellen Stand der erneuerbaren Energien in der Region. Den Praxisimpuls lieferte dieses Mal Bürgermeister Marc Lohmann aus der Samtgemeinde Oderwald. In seinem Erfahrungsbericht zeigte er auf, welche Rolle Kommunen bei der Energiewende spielen können – und wie sie gleichzeitig wirtschaftlich davon profitieren.
„Wir decken heute bereits rund 87 Prozent unseres Stromverbrauchs in der Samtgemeinde durch regional erzeugte Energie“, sagt Lohmann. Auch finanziell zahlen sich die Windenergieanlagen aus: „Allein durch Gewerbesteuereinnahmen und Akzeptanzabgaben entstehen jährlich bis zu sechsstellige Einnahmen für einzelne Gemeinden.“ (*)
Neben den Chancen wurden auch die Herausforderungen des Ausbaus thematisiert, etwa beim Bau der dafür notwendigen Hochspannungsleitungen und Speicher. Für Lohmann ist dabei besonders wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen: „Große Infrastrukturprojekte wie Trassen oder Windparks stoßen oft zunächst auf Skepsis. Wenn aber deutlich wird, dass die Gemeinde unmittelbar davon profitiert, ist das ein wichtiges Signal für die Akzeptanz. Wichtig ist uns, dass die städtebaulichen Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde hinreichend berücksichtigt und die Eingriffe in das Landschaftsbild behutsam vorgenommen werden “
Anna Weyde, Erste Verbandsrätin, betonte die Bedeutung solcher Einblicke für die kommunalen Verwaltungen: „Die Botschaft ´Erneuerbare Energien schaffen lokale Wertschöpfung und stärken gleichzeitig die Versorgungssicherheit´ ist in der Arbeit vor Ort, wo Windparks oder Freiflächenphotovoltaik entstehen soll, besonders wichtig. Mit unserem Veranstaltungsangebot möchten wir den Verwaltungen Argumente und Arbeitshilfen geben.“
* Beispiel Gemeinde Cramme: Aus dem dortigen Windpark werden jährlich künftig bis zu150.000 Euro Akzeptanzabgabe und Gewerbesteuer in mittlerer sechsstelliger Höhe generiert werden können. Die Mittel dürfen für Pflichtaufgaben im Rahmen der Selbstverwaltung nur verwendet werden, soweit die Maßnahmen über die Erfüllung des gesetzlich übertragenen Aufgabenumfangs hinausgehen.


