Radverkehr im Großraum Braunschweig

Die Aufgabe des Regionalverbandes

Radfahren gewinnt im Alltag wie auch in der Freizeit zunehmend an Bedeutung: 41 % der Deutschen fahren mehrmals pro Woche Fahrrad und 15 % sogar täglich. Die Freizeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle, denn rund zwei Drittel nutzen das Fahrrad für Einkäufe oder Erledigungen und 38 % für den Weg zu ihrer Arbeit oder Ausbildungsstätte.

In Kombination mit den öffentlichen Verkehrsmitteln erreicht das Fahrrad einen Anteil von 30 %. Und in weiten Teilen des Großraums Braunschweig sind die Voraussetzungen zum Fahrradfahren ausgesprochen gut, denn in Stadt und Land werden neue Radwege geplant oder gebaut und ständig auch verbessert.

Das Fahrrad trägt in den großen Städten als wirksamer und bezahlbarer Baustein zum Klimaschutz bei. Und die Touristiker verkaufen zunehmend attraktive Angebote rund um das Radfahren. Immer mehr Menschen im Großraum Braunschweig nutzen das Fahrrad, und mit den boomenden e-Bikes und Pedelecs verlieren Gegenwind und Steigungen ihren Schrecken.

Der Regionalverband sieht als Teil seiner Pflichtaufgaben, dass die regional be­deutsamen Radwanderwege als Ziele der Raumordnung im RROP 2008 wirkungsvoll gesichert werden. Damit kann sichergestellt werden, dass die Erholungsgebiete und Tourismusorte im Großraum Braunschweig über Radwege miteinander gut verbunden sind.

Und natürlich sorgt der Regionalverband auch dafür, dass die Fahrräder auch im Zug und im Bus mitgenommen werden können. Das Fahrrad stellt also eine sinnvolle Ergänzung zu Bus und Bahn und dem Auto dar – als Teil einer nachhaltigen Mobilitätskette, das Spaß macht.


AGFK-Exkursion nach Essen zum Radschnellweg RS1 und zur Nordbahntrasse in Wuppertal

Radschnellweg RS1 von Duisburg nach Hamm
Radschnellweg RS1 von Duisburg nach Hamm
Hinweisschild zum Radschnellweg "Nordbahntrasse" Wuppertal
Radschnellweg "Nordbahntrasse" Wuppertal
Radschnellweg "Nordbahntrasse" Wuppertal

Am 18.08.2017 informierten sich 10 RadlerInnen aus Vorstand und Mitgliedern der AGFK Niedersachsen/Bremen e.V. über die beiden bereits bestehenden Radschnellwege (RSW) in Nordrhein-Westfalen. Ein Vertreter des Regionalverbands Großraum Braunschweig radelte mit.

Am Vormittag wurde unter fachkundiger Leitung des 1. Beigeordneten Martin Tönnes des Regionalverbands Ruhrgebiet ein ca. 12 km langer Abschnitt des RSW RS1 von Mülheim a.d.Ruhr bis Essen befahren (http://www.radschnellwege.nrw/rs1-radschnellweg-ruhr/ ). Der weitgehend vier Meter breite RSW verläuft auf einer alten Bahntrasse und soll im Endausbau auf über 100 km die Städte des Ruhrgebiets miteinander verknüpfen und so zur Verkehrsentlastung beitragen. Für den Bau werden Kosten von ca. 180 Mio. Euro veranschlagt. Trotz des regnerischen Wetters wurde die neue Radverkehrsanlage intensiv genutzt. Besonders bemerkenswert war, dass mit dem neuen RSW auch in den anliegenden Ortsteilen eine positive Stadtentwicklung festgestellt werden kann: neue attraktive Wohngebiete und die direkte Ansiedlung internationaler Konzernzentralen werden direkt mit dem RSW in Verbindung gebracht - Standortfaktor RS1!

Der zweite Teil der Exkursion führte die Gruppe nach Wuppertal, wo der RSW „Nordbahntrasse“ von dem stellv. Vorsitzenden Lutz Eßrich und dem Beigeordneten Frank Meyer der Stadt Wuppertal vorgestellt wurde (http://nordbahntrasse.de/ ). Über 23 km führt die Trasse quer durch das Wuppertaler Stadtgebiet. Entlang der Trasse sind mehrere unterschiedlich farbig beleuchtete Tunnel zu durchqueren. Für die Beleuchtung in den Tunneln wie auch entlang der Trasse wurde mit einer sehr großen Firma ein eigenes Lichtkonzept auf LED-Basis entwickelt. Alte Bahnhöfe laden zu einem Kaffee ein, Kletterwände und Spielplätze sollen Spaß machen. Entlang der „Nordbahntrasse“ erlauben zahlreiche Brücken den Radfahrenden z. T. attraktive Ausblicke auf die Stadt Wuppertal. Beeindruckend, dass die Nordbahntrasse maßgeblich durch eine Bürgerinitiative und den heutigen Verein „WUPPERTALBEWEGUNG e.V“ ins Leben gerufen und in unzähligen ehrenamtlichen Arbeitsstunden und mit viel Sponsorengeld in die Tat umgesetzt wurde. Zahlreiche „Streckenpaten“ kümmern sich um die Trasse und sorgen mit einem durch die Stadt Wuppertal organisierten Trassenmanagement dafür, dass die „Nordbahntrasse“ ein Erfolgsprojekt ist.

Zusammenfassend brachte die Exkursion zu den beiden RSW-Projekten auch zahlreiche Anregungen für die weiteren Diskussionen und für die Umsetzung der Radschnellwege im Großraum Braunschweig. Für zahlreiche Anforderungen wurden schon machbare Lösungen entwickelt: Förderung und Finanzierung, Umgang mit rechtlichen wie bautechnischen Erfordernissen. Viele gute Ideen, die auch im Großraum Braunschweig auf fruchtbaren Boden fallen können.


2. Kommunalforum Fahrradmobilität

Am 16.Mai 2017 trafen sich auf Einladung des Regionalverbands Großraum Braunschweigs im Wissenschaftszentrum Braunschweig mehr als 50 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, öffentlichen Verwaltungen und Fahrradakteuren zum 2. Kommunalforum Fahrradmobilität.

Zentrales Thema war die Einbindung der Fahrradmobilität in die neue gesetzliche Aufgabe Verkehrsentwicklungsplanung des Regionalverbands. Berichte über das SATTELFEST 2017 sowie den Relaunch des regionalen Radportals im Internet informierten über aktuelle Initiativen für und von der Region. Am Nachmittag präsentierten vier Projekte spannende Einblicke in die vielfältigen Aktivitäten der Kommunen zur Entwicklung der Fahrradmobiliät im Großraum Braunschweig.

Nach einer regen Diskussion unter der Moderation durch Dieter Frauenholz (KoRiS, Hannover) über mögliche regionale Projekte bedankte sich die Erste Verbandsrätin Frau Manuela Hahn bei den Teilnehmenden, nicht ohne auf das 3. Kommunalforum Fahrradmobilität hinzuweisen (Einladung folgt).

Das Protokoll der Veranstaltung und die Vorträge stehen Ihnen hier zur Verfügung.


Radportal für den Großraum Braunschweig

Logo Radportal Großraum Braunschweig

Mit dem Radportal soll die Entwicklung des Radverkehrs im Großraum Braunschweig unterstützt werden. Das Radportal soll Bürgerinnen und Bürgern, ebenso wie Experten, Rad- Aktiven, Vereinen, den Verwaltungen und Fachbehörden als zentrale Informationsstelle "Rund ums Rad" den Zugang zu den zahlreichen Aktivitäten und Angeboten der Region vereinfachen.

Das Radportal lebt von der Mitarbeit

Tagesaktuelle Informationen zu diesem breiten Themenspektrum von den zalhreichen Akteuren im Großraum Braunschweig zu erfragen, ist aus praktischer Sicht nahezu unmöglich.

Der Regionalverband stellt darum mit dem Radportal eine Plattform zum Informationsaustausch der Region zur Verfügung.

Melden Sie uns Ihre Informationen "Rund ums Rad", nur so kann sich das Radportal erfolgreich entwickeln.


Regionales Radverkehrsnetz

Eine der fachlichen Grundlagen zum RROP 2008 bildete das Radverkehrskonzept 2005.

Mehr Informationen dazu finden Sie auf dieser Seite


Masterplan Fahrradtourismus

] vl.n.r.:  Dr. Jörg Munzel, Manfred Günterberg (beide Allianz für die Region GmbH), Manuela Hahn (Regionalverband Großraum Braunschweig) und Matthias Wunderling-Weilbier (Amt für regionale Landesentwicklung Braunschweig) stellten heute den Masterplan Fahrradtourismus vor. Quelle: Allianz für die Region GmbH / Marek Kruszewski

Am 13.07.2015 wurde der Masterplan Fahrradtourismus veröffentlicht.

Er bildet die strategische Leitplanke zur Weiterentwicklung des Radverkehrs in der Region und beinhaltet auch Vorschläge für neue Angebote und Marketingmaßnahmen. Ziel ist die Positionierung als TOP-10 Fahrrad-Erlebnisregion.

9,2 Milliarden Euro erwirtschaftet der Fahrradtourismus jährlich in Deutschland. Dies ergab eine Studie der Unternehmen dwif – Consulting GmbH und BTE – Tourismus- und Regionalberatung Partnerschaftsgesellschaft mbB. 149 Radreisedestinationen und 138 Fernradwege in der Bundesrepublik locken insbesondere an Wochenenden und während der Urlaubszeit Bewohner und Touristen aufs Rad.

Um dieses Tourismus- und Naherholungspotenzial auch für die Region Braunschweig-Wolfsburg besser zu erschließen, erarbeiteten Allianz für die Region GmbH und Regionalverband Großraum Braunschweig in Kooperation mit den ADFC Kreisverbänden aus der Region den Masterplan. An der Erstellung beteiligt waren die Hannoveraner Agentur BTE und ein Fachbeirat aus Vertretern der Kommunen, der Wirtschaft und regionalen Touristikexperten.