ÖPNV in Zeiten von Corona

Verlässlich und unersetzlich: ÖPNV in Zeiten von Corona

Busfahrer hinter Plexiglasscheibe

In den zurückliegenden Monaten während der Coronakrise galten Busse und Bahnen als mögliche Gefährdungsbereiche. Menschen mieden den ÖPNV (Öffentlicher Personen­nahverkehr), auch auf Anraten der Politik. Darüber ist die ÖPNV-Nutzung laut einer McKinsey-Studie in den meisten Städten und Regionen um 70 bis 90 Prozent eingebrochen. Vielerorts wurden daher Verbindungen und Taktungen runtergefahren. So schien sich der ÖPNV vom Hoffnungsträger für die Verkehrswende, in der Pandemie zum Verlierer im Kampf gegen das Virus zu wandeln.

Die 19 Verkehrsunternehmen des Verkehrsverbundes Region Braunschweig (VRB) sind fest entschlossen, ihren Fahrgästen das Vertrauen in die Sicherheit und Zuverlässigkeit ihres regionalen ÖPNV zurückzugeben. Dafür werden zahlreiche Anstrengungen unternommen.

„Natürlich sind die Reinigungsroutinen der Verkehrsbetriebe deutlich erhöht und intensiviert worden“, betont Jörg Reincke, Geschäftsführer des VRB. „Besonders wichtig ist uns die Verlässlichkeit: Egal wie die Auslastung einiger Verbindungen derzeit ist – unsere Unternehmen fahren wieder in den gewohnten, regelmäßigen Takten.“

Eine andere wichtige Maßnahme konnte mit dem kurzfristig aufgestellten Förderprogramm des Regionalverbandes Großraum Braunschweig über 800.000 Euro realisiert werden: Die Fahrerbereiche sind seit neuestem mit Plexiglasscheiben getrennt, so dass die Fahrerinnen und Fahrer geschützt sind, vorne der Einstieg und der Ticketverkauf in den Bussen nun aber wieder möglich sind. „Die Pandemie und die damit verbundenen Auflagen dauern an, daher haben wir nach einer langfristigen Lösung gesucht, die Fahrgäste und das Fahrpersonal zu schützen“, erläutert Verbandsdirektor Ralf Sygusch.  

Maskenpflicht und 1,5 Meter Abstand sind für die meisten rückkehrenden Fahrgäste selbstverständlich, Jobticket-Nutzerin Jasmin Junghans: „Ich möchte und muss weiterhin mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sein. Da ich in Gleitzeit arbeite, meide ich beispielsweise die Stoßzeiten des Schülerverkehrs und fahre eine Bahn früher oder später. Das funktioniert prima.“

Der ÖPNV ist für viele Menschen unersetzlich für ihre Mobilität – sie haben ein Recht auf größtmögliche Sicherheit dabei. Und der ÖPNV, der in den vergangenen Jahren im Verbundgebiet immer weiter ausgebaut worden ist, muss auch weiterhin gestärkt werden. Denn eines ist Konsens: Der ÖPNV ist und bleibt einer der wichtigsten Bausteine der Verkehrswende und damit des langfristigen Klimaschutzes.

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